Livestream am Montagabend - Ist die Eskalation im Handelsstreit noch abzuwenden, Herr Sigg?

Uli Sigg, Ex-Botschafter in China und langjähriger Kenner des Landes, äussert sich im am Montagabend bei einem Ringier-Talk-Anlass zur Lage im Zollstreit USA-China. cash.ch überträgt den Anlass ab 19.15 Uhr live. Aktualisiert um 14:45Von Daniel HügliUli Sigg, ex-Botschafter in China, Kunstsammler und Verwaltungsrat von Ringier.Uli Sigg, ex-Botschafter in China, Kunstsammler und Verwaltungsrat von Ringier.Bild: EDA

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Die Hoffnung auf eine Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China scheint sich zunehmend zu verflüchtigen. Das zeigt sich nicht zuletzt an den Reaktionen an den Finanzmärkte in den letzten Tagen. Anleger flüchten aus Aktien und suchen vermehrt sichere anlagehäfen wie Gold oder den Franken. Die Schweizer Währung stieg am Montag gegen den Euro auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren.

Denn im seit fast einem Jahr andauernden Handelskonflikt mit den USA verschärft nun auch China die Tonlage. Die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt wirft der US-Regierung vor, einen "Wirtschaftskrieg gegen China" zu führen. Damit solle der Aufstieg der asiatischen Macht verhindert werden. Die Führung in Peking geht offenbar von einem lange andauernden Konflikt aus.

Kann dieser Konflikt noch abgewendet werden? Eine Einschätzung dazu kann Uli Sigg geben. Er ist einer ausgewiesensten China-Kenner in unseren Breitengraden. Sigg amtierte 1995 und 1998 als Schwei­zer Botschaf­ter in China und Nordkorea und war Gründungs­präsident der Wirt­schafts­kam­mer Schweiz-China. Bereits 1979 gründete Sigg, der seit 2003 Vize-Verwaltungsratspräsident von Ringier ist, für den Rolltreppen- und Lifthersteller Schindler das weltweit erste westliche Joint Venture in China.

Passionierter Kunstsammler

Uli Sigg ist am Montagabend Gast in der Gesprächsreihe "The-Talk @TheStudio" im Presshaus Ringier. Der Talk wird ab 19:15 Uhr auf cash.ch im Live Stream übertragen. Sigg nimmt im Talk, der von Christine Maier moderiert wird, auch Stellung zur Frage, wie die Schweiz mit dem chinesischen Übernahmehunger umgehen soll - oder warum die Chinesen ehrgeiziger sind als wir Schweizer. Das Format, das vom Versicherer Helvetia und Ringier getragen wird, lädt in regelmässigem Abstand Gastreferenten ins Café "The Studio" im Ringier Pressehaus in Zürich. 

Bereits letzten Herbst warnte Sigg, ein ehemaliger Spitzenruderer, imInterview mit der Luzerner Zeitungvor einer Eskalation im Handelsstreit: "Er wird zu Verwerfungen führen, die nur halbwegs vorauszusehen sind. Es könnte ein Prozess in Gang kommen, den man nicht mehr stoppen kann, weil andere Länder zum eigenen Schutz protektionistische Massnahmen ergreifen", sagte Sigg. 

Ursprünglich war Sigg Wirtschaftsjournalist bei Ringier, danach erfolgte der Wechsel zu Schindler. 1984 war der Jursit Mitgründer des Logistikkonzerns Also. Sigg ist einer der weltweit wichtigsten Sammler von zeitgenössischer chinesischer Kunst. Insgesamt besitzt er 2800 Kunstwerke.