+++Börsen-Ticker+++ - Handelsstreit trübt Stimmung an Schweizer Börse

Der Schweizer Aktienmarkt präsentiert sich am Montagmittag erneut schwächer - der Monat Juni beginnt damit so, wie der Mai geendet hat. Aktualisiert um 11:55Die Anleger an der Schweizer Börse halten sich am Montag bedeckt.Die Anleger an der Schweizer Börse halten sich am Montag bedeckt.Bild: cash

11:55

"Es ist eine ähnliche Entwicklung wie am Freitag", sagt ein Händler. Die Anleger machten sich Sorgen wegen des Zollstreits der USA mit China bzw. dessen Folgen für die Weltwirtschaft. "Es läuft auf einen richtigen Handelskrieg hinaus", sagt ein anderer Händler.

Der  SMI  grenzt nach einem schwachen Start die Einbussen ein und steht um 11.15 Uhr noch um 0,3 Prozent tiefer bei 9495 Punkten. Das Tagestief notierte bei 9439 Zählern. Der 30 Aktien umfassende  SLI  sinkt um 0,6 Prozent auf 1450 und der breite  SPI  um 0,3 Prozent auf 11'507 Zähler.

Bei den SLI-Werten stechen Aktien aus dem "defensiven Lager" mit Gewinnen hervor. An der Spitze stehen  Lonza  (+1,4%). Der Spezialchemiekonzern organisiert sich neu. Der Bereich Specialty Ingredients (LSI) wird ausgegliedert, bleibt aber im Besitz von Lonza.

Ausgliederung - Was hat Lonza mit dem «Sorgenkind» LSI vor?https://t.co/ryGsQnGFvP

— cash (@cashch)June 3, 2019

Starke Abschläge verbuchen dagegen die Bankaktien  Julius Bär  (-2,4%),  Credit Suisse  (-1,9%) und  UBS  (-1,8%). Händler verweisen auf die schwachen Börsen und die sinkenden Anleihenrenditen. (Lesen Sie denausführlichen Börsenbericht am Mittag .)

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09:45

Die derzeit hohe Nachfrage nach so genannten sicheren Anlagehäfen kriegt auch derFrankenzu spüren. Die Schweizer Währung steigt auf 1,1120 zumEuro , das ist der höchste Stand seit Mitte Juli 2017. DerDollarnotiert bei 99,60 Rappen.

"Wir sehen eine zunehmende Flucht in sichere Häfen", begründete Sven Schubert von Vontobel Asset Management den Anstieg. Grund sei der anhaltende Handelsstreit zwischen den USA und China, der auf die Stimmung drücke. Da sich hier keine rasche Lösung abzeichne, könne der Franken auch in den kommenden Tagen weiter zulegen. Auch zum Dollar gewann der Franken an Wert.

Die Schweizer Währung gilt bei Investoren als sicherer Hafen in unruhigen Zeiten und ist daher besonders bei wirtschaftlichen oder politischen Turbulenzen gefragt. Der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ist das jedoch ein Dorn im Auge: Sie ist an einem möglichst schwachen Franken interessiert, um damit die exportorientierte Wirtschaft zu stützen. Um den Franken für Investoren unattraktiv zu machen, hat sie Negativzinsen eingeführt und ist bei Bedarf zu Interventionen am Devisenmarkt bereit. Nächste planmässige Zinssitzung der SNB ist am 13. Juni.

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09:10

DerSwiss Market Index(SMI) gibt unmittelbar nach Börseneröffnung 0,6 Prozent auf 9465 Punkte nach. In der der Vorwoche büsste derSMI1,5 Prozent ein. Für den gesamten Mai ergab sich ein Minus von 2,5 Prozent.

Der SpezialchemiekonzernLonza(+1,7 Prozent) organisiert sich neu. Der Bereich Specialty Ingredients (LSI) wird ausgegliedert, bleibt aber im Besitz vonLonza . Gleichzeitig erfolgt in der Sparte und auf Gruppenebene ein Stellenabbau.

Die Pharmawerte können die durchwegs positiven Impulse vom US-Onkologiekongress ASCO nicht in steigende Kurse ummünzen.Novartis(-0,8 Prozent) undRoche(-0,5 Prozent) werden niedriger gestellt.

Ebenfalls nicht profitieren von Neuigkeiten vom ASCO-Kongress kann  Basilea(-1,3 Prozent). Das Biopharmaunternehmen kommt in der Entwicklung des neuartigen Krebsmedikament-Kandidaten BAL101553 voran. Wie Daten aus der Phase-I-Studie zeigen, hat sich der Einzelwirkstoff in der oralen Darreichungsform bei Hirntumor-Patienten verträglich und klinisch wirksam gezeigt.

Bei den Banken werdenCredit Suisseum 2,0 Prozent tiefer gehandelt. Die Grossbank ist nach Ansicht ihres CEO Tidjane Thiam derzeit zu tief bewertet. "Das Unternehmen ist viel mehr wert", sagte er in einem Interview mit dem "SonntagsBlick". Dass der Aktienkurs derzeit tiefer ist als bei seinem Start als CEO im Jahr 2015, habe allerdings mit der Ausgabe neuer Aktien zu tun. Die CS habe sieben Milliarden Dollar für Bussen, Vergleiche und Restrukturierung ausgegeben, sagte Thiam. Um das Unternehmen zu refinanzieren, hätten neue Aktien ausgegeben werden müssen.

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08:55

Der sich weiter zuspitzende globale Handelsstreit hat die Börsen Asiens am Montag mehrheitlich belastet. An den Finanzmärkten hinterliess die an Schärfe gewinnende Rhetorik aus China gegenüber den USA ihre Spuren. Die Führung in Peking geht offenbar von einem lange andauernden Konflikt aus. "China ist offen für Verhandlungen, wird aber bis zum Ende kämpfen, wenn es nötig ist", hiess es in einem "Weissbuch". Als neueste Waffe will Peking eine Liste mit "unzuverlässigen" ausländischen Firmen aufstellen.

In Japan verlor der LeitindexNikkei225 0,92 Prozent auf 20 410,88 Punkte. Das war der vierte schwache Handelstag in Folge. In China hielt sich der zuletzt schwache CSI 300 am Montag im Vergleich noch gut. Zuletzt notierte der Auswahlindex der chinesischen Festlandbörsen knapp mit 0,01 Prozent auf 3630,18 Punkte im Plus.

In Hongkong dagegen sank derHang Sengum 0,19 Prozent auf 26 850,71 Zähler. Eine klar positive Ausnahme war der koreanische Kospi, der losgelöst vom Handelsstreit um 1,3 Prozent stieg.

Global mkts have started the week on negative footing & oil extends slide as trade wars stoke global recession anxiety. Crude oil tumbled 16% in May. Shanghai copper at 2y low. Treasuries flat w/US 10y yield at 2.13%. Mkts price in 50% chance of Fed cut by Jul. Bitcoin at $8.6k.pic.twitter.com/C9ARFJriTS

— Holger Zschaepitz (@Schuldensuehner)3. Juni 2019

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08:08

DerSwiss Market Index(SMI) gibt in der von Julius Bär berechneten Vorbörse um 0,4 Prozent nach. Am Freitag schloss der Leitindex 0,2 Prozent tiefer bei 9'524 Punkten. Beherrschendes Thema bleibt das Thema Handelsstreit. Angesichts der stockenden Handelsgespräche mit China kommt die Strafzoll-Androhung der USA gegen das Nachbarland Mexiko zur Unzeit. 

Einzig positiver Titel aus dem SMI istLonza(+0,3 Prozent). Die Firma kündigte eine Neuorganisation an.

Am deutlichsten ist das Minus beiUBS(-0,7 Prozent) sowieABB ,Adecco ,CSund  Givaudan(alle -0,6 Prozent).

VORBÖRSE SCHWEIZ: $SMI-0,44% $SMIM-0,47% $ABBN-0,6% $ADEN-0,6% $CSGN-0,6% $LONN+0,3% (Neuorganisation) $UBSG-0,7% $BSLN+1% (Studienergebnisse) $KUD-0,7%

Übrige Aktien tiefer gestellt.

— cashInsider (@cashInsider)3. Juni 2019

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08:00

DerFrankenlegt am Montag weiter zu. Gegen denEurosteigt er bis auf 1,1152, das ist der höchste Stand seit Anfang April. BeimDollarliegt derFrankenunter der Parität. Zuletzt notiert einDollarbei 99,80 Rappen.

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07:30

Die Furcht vor den Folgen des Zollstreits zwischen den USA und China für die Weltwirtschaft schickt den Ölpreis am Montag auf Talfahrt.Brentnotiert mit 60,55 Dollar je Barrel so niedrig wie zuletzt vor vier Monaten. DerGoldpreissteigt im Gegenzug auf ein Zweieinhalb-Monats-Hoch von 1311,99 Dollar je Feinunze. 

Six month gold chart in US dollars per ounce.pic.twitter.com/7ZgxSV6sAK

— Ron Loewen (@ronloewen)2. Juni 2019

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06:35

Der 225 Werte umfassendeNikkei -Index lag im Verlauf 1,4 Prozent tiefer bei 20.324 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 1,2 Prozent und lag bei 1493 Punkten.

Die Börse in Shanghai lag dagegen faktisch unverändert. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,4 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans stieg um 0,2 Prozent.

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06:30

EinEurowurde mit 1,1184Dollarbewertet nach 1,1167Dollarin den USA. DerDollarwurde mit 108,14Yengehandelt nach 108,26 Yen zuletzt in den USA. 

(cash/AWP/Reuters)